Familien Resilienz in Zeiten des Corona Virus

Resilienz ist in aller Munde, doch wie soll das gehen in Zeiten, in denen Kitas und Schulen geschlossen sind oder sogar Quarantäne angesagt ist?

Kinder zuhause, wenig Möglichkeiten rauszugehen und alles was geplant war, fällt flach. Die Familie hängt aufeinander und leicht kommt gereizte Stimmung auf, weil bei jedem berechtigterweise irgendwann mal die Nerven blank liegen. Stündlich hören wir immer mehr davon, was wir nicht mehr tun sollen oder dürfen. Befürchtungen über das, was noch kommen wird, schränken unsere Gedanken ein.

Es gibt Momente, da hilft nur tief durchatmen und sich festhalten an dem Satz:
„Es ist zwar lästig und anstrengend, aber nicht dramatisch“.
Und lächeln Sie bitte, wenn Sie den Satz gebetsmühlenartig vor sich herdenken.
Laut Resilienz Trainer geht alles einmal vorbei!!!
Doch bis dahin helfen fürs Erste ein paar gute, preiswerte Ideen, was man so als Familie gemeinsam oder die Kids auch allein tun können -sozusagen sich den Luxus leisten, zu entschleunigen und sich einfach so die Zeit zu vertreiben. Wann gönnen wir uns das denn heute noch? Sozusagen das Gute im Schlechten sehen. Warum nicht wieder zum „Kind“ werden?

Erinnern Sie sich noch an die vielen Spiele ohne Handy und Fernsehen? Fragen Sie doch mal die Großeltern – am Telefon natürlich.

Musikinstrumente aus Töpfen mit Kochlöffeln und dann gemeinsam singen.
Zauberer Schrabbelschrut sowie Topfschlagen können Kinder stundenlang spielen. Ein Gummibärchen unter dem Topf reicht und wird sich finden lassen. „Mein Hut der hat 3 Ecken“ kennen Sie bestimmt noch. Genauso die „3 Chinesen mit dem Kontrabass“ …
Danach sollen die Kinder mal singen, was sie so in Kita und Schule lernen.
Klar, für die Älteren ist das uncool, da muss halt ein Rap gedichtet werden. Diesen kann man dann sogar im Netz teilen.

Bewegung braucht der Mensch, dazu ein paar Beispiele

Bewegung mit Gummitwist und Hüttenbauen mit Decken über Tischen.
Gummitwist zwischen den Beinen zweier Stühle oder der zeitungslesende Elternteil stellt die Beine zum Halten des Gummis zur Verfügung (er darf dabei auch einen Kaffee trinken!). Auch kann man sich mit Wolle Hüpfkästen legen oder malt sie mit Kreide auf die Straße. Zudem ein Krabbelparcours: um den Sessel, unter dem Stuhl, auf Papas Rücken bis zur Tür, dann weiter einmal um den Tisch, auf einem Bein hüpfen, auf allen Vieren bis zum Flur und zurück – alles nochmal auf den Zehenspitzen oder auf der Ferse laufen, dann einmal alles rückwärts und am Ende „Armer schwarzer Kater.“ Vielleicht findet sich noch ein Hula-Hoop-Reif oder ein paar Luftballons, die in die Luft geboxt werden. Das erinnert uns Mainzer immer an das Ende einer Fastnachtssitzung!

Waffeln backen und dabei vorlesen oder aus dem Kinderkochbuch zusammen kochen -Nudeln hat z.Zt. jeder zuhause. Zusammen Plätzchen backen und Gemüse schnippeln, da vergeht die Zeit. In Pfannkuchen kann man Gesundes einwickeln und Apfelstücke mit Nüssen schmecken am besten beim Geschichten hören.

Geschichten fallen jedem ein, wenn alte Bilderalben gemeinsam angeschaut und über toupierte Frisuren oder übergroße Brillenmodelle gelacht wird. Die älteren Kinder kann man damit beauftragen aus den vielen digitalen Fotos der letzten Jahre ein Familienfotobuch am Computer zusammenzustellen – ein perfektes Ostergeschenk für die Großeltern – und bestellen kann man das für sich selbst gleich mit. Diese Alternative kommt beim Nachwuchs besser an als der Vorschlag, doch mal das Bad zu putzen.

Ein beliebter Zeitvertreib für alle Generationen ist das Basteln bzw. Handarbeiten. Zwischen altmodischem Charme und den kreativen Vorschlägen auf der „Pinterest“-Homepage gibt es so viele Möglichkeiten, aus wenig Material Tolles zu gestalten oder Grundlagen für Gemeinschaftsspiele zu erstellen. Von der Wundertüte, über Origami, die alten Zeitungspapierhüte und Schiffchen entstehen ganze Bauernhöfe in den Kinderzimmern. Wer es moderner möchte, nennt es Upcycling oder DIY (Do it Yourself). Egal ob aus Milchtüten, Konservendosen, Zeitungspapier, Prospekten oder alten T-Shirts: der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und das Portemonnaie wird nicht belastet. Vielleicht macht es sogar Spaß, die Kunst des Strickens und Häkelns an die nächste Generation weiterzugeben. (Heißester Tipp: Aus Toilettenpapierrollen lassen sich Osterhasen und Osternester basteln).

Alles schon gemacht? Würfel und Gesellschaftsspiele auch?

Dann könnten Kim-Spiele und Schreibspiele die Lösung sein! Wenn „Stadt Land Fluss“ um Spalten wie Begriffe aus der Jugendsprache oder Musiker der heutigen Zeit ergänzt werden, dann sehen wir Alten echt alt aus. Genauso wie beim Spielen des zuvor selbstgebastelten Memorys!!! Dann wird es Zeit, die Stimmung zu heben und eine Witzerunde beginnt. Zeitgemäße Variante: man erzählt nicht mehr selber welche, sondern fordert Alexa oder Siri dazu auf.

Spiele im Sitzen: „Ich packe meine Koffer“ zu Zeiten des nicht Reisens. „Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist“: rund, eckig, groß, klein, farbig oder schon müde!
Erst gestern erzählte mir eine erfahrene Mutter: seit Wäsche sortieren „Sockenmemory“ heißt, waren einige Tage helfende Kinderhände zugange. Last not least.

Die Verkleidungskiste hervorholen und um ein paar Stöckelschuhe – heute High Heels – und alte Klamotten erweitern. Klimperarmbänder und Halsketten dazu und die nächsten Minuten bis Stunden sind gesichert (Halsketten aus gerolltem Papier vorher selber zu machen, verlängert die Beschäftigungszeit).

Ich wünsche uns allen die Erfahrung, dass wir an den Herausforderungen der kommenden Wochen wachsen, als Mensch, als Familie und als Gesellschaft. Es wird uns alle an Grenzen führen: die einen an Belastungsgrenzen durch die tägliche Arbeit, andere müssen die Enge aushalten, sich nur bedingt frei bewegen zu dürfen, und wieder andere kämpfen mit der Krankheit. Fragen nach dem warum und Schulddiskussionen spalten und vergiften die eigene Kraft. Viel wichtiger ist es, sich in jeder Familie, Gruppe usw. gegenseitig zu unterstützen, um zu spüren: Gemeinsam kommen wir da durch. Sich daran zu erinnern hilft auch, wenn es mal kracht.

Ich bin dankbar dafür, dass kompetente Wissenschaftler und mutige politisch Verantwortliche auf allen Ebenen miteinander nach dem im Moment erkennbar Besten Lösungswegen suchen. Diese Lösungswege kann nur jede und jeder verantwortlich mitgehen. Viele gute, hilfsbereite Initiativen entstehen. Von Einkaufshilfen bis Hunde ausführen. Diese und das Lächeln der Menschen, die mir begegnen, stimmen mich hoffnungsvoll. Ich vertraue darauf, wir sind nicht alleine gelassen. Das erinnert mich: Ich werde mich in Ruhe hinsetzen und ein paar lange Briefe schreiben.

Monika Brinkmann-Kramp

Indoorspiele

https://www.familie.de/kleinkind/kinderspiele/indoorspiele/

Liedtexte mit Spielanleitungen

Viele der Lieder sind auf http://www.youtube.de zum Anhören, wer sie nicht kennt
https://www.europa-kinderwelt.de/media/files/Joecker-Singen2-Texte_5663.pdf

Upcycling aus Milchtüten

http://www.wunderbare-enkel.de/tiere-basteln/1292/481-tiere-aus-milchtueten
https://www.pinterest.de/anjaklevinghaus/milchtüten/
http://www.printerest.de

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